
Wander- und Erlebniswoche in Waidring
Montag, 09. Juni bis Montag, 16. Juni 2025
Montag, 09. Juni bis Montag, 16. Juni 2025
Um 07:45 wurden wir, 23 reiselustige Seniorinnen und Senioren der Naturfreunde Zürich, im HB von unserer Reiseleiterin Gabi Ellmauer und ihrer Kollegin Daniela Masino empfangen. Sie halfen uns, die schweren Gepäcksstücke in den Zug zu verfrachten. Und los ging`s nach Sargans! Bei der Ankunft stand der Reisebus des Busunternehmens Auderer, der uns bis zum Hotel Sendlhof in Waidring bringen wird, schon bereit. Der Busfahrer „Valentin“ empfing uns mit einem Schnäpschen. „Prost! Auf eine tolle Woche! Um die Mittagszeit konnten wir uns in Imst an der Raststation „Alpenrast“ stärken. Gegen 15:00 kamen wir in Waidring an. Waidring ist ein Dorf im österreichischen Bundesland Tirol, am Fusse der Loferer Steinberge und der Steinplatte, im Tourismusverband Pillerseetal. Mit der Zimmerkarte bekamen wir auch die PillerseeTal Gästekarte (rote Karte) für Busfahrten im Pillerseetal. Nach dem Bezug der Hotelzimmer stand schon die erste Wanderung an. Auf dem Sagenweg umrundeten wir die Ortschaft Waidring. Um ein paar einheimische Sagen kennen lernen zu können, stellten sich gute Leserinnen als Vorleserinnen zur Verfügung. Zum Beispiel gab es eine Sage über die Dorfgrille. Zuerst wurde sie als Unheilbringerin bezeichnet, nach der Rettung eines Dorfjungen jedoch als Bewahrerin vor schlimmen Dingen. Pünktlich zum Nachtessen kehrten wir zurück. Nach einem köstlichen Nachtessen genoss jeder individuell den ersten Abend in Waidring. Eine Mitreisende zu Gabi: „Ein gelungener, erster Tag!“



Dienstag, 10.06.25, Jakobskreuz, Erlebnispark
Um 07:30 trafen wir uns zum Frühstück und stärkten uns für den ersten Wandertag. Kurz vor 10:00 bestiegen wir den Bus Nr. 8302 und fuhren nach St. Jakob in Haus. Dort wechselten wir auf die Sesselbahn zum Gipfel der Buchensteinwand auf 1456 Metern. Für die Bergbahnfahrt bekamen wir von Gabi auch die PillerseeTalCard, um die Bergbahnen der Kitzbühleralpen benützen zu können (Achtung: violette Karte!). Als Erstes begaben wir uns zum Blumenlehrpfad- Panoramasteig. Ich war erleichtert, als alle den Aufstieg geschafft hatten. Jetzt hatte ich Zeit, die verschiedenen Alpenblumen zu bewundern. Zurück bei der Bergstation stiegen wir auf die Aussichtsplattformen des Jakobskreuzes. Das Bauwerk wurde 2014 eröffnet. Mit 30 Metern Höhe ist es weltweit das grösste, begehbare Gipfelkreuz. 5 Panorama-Aussichtsplattformen ermöglichen einen Rundumblick auf die Bergwelt. Im Sockel des Turmes befindet sich die Antonius Kapelle. Die Mittagszeit verbrachten wir auf der grossen Sonnenterrasse des Bergrestaurants. Ich konnte nicht nur einen schmackhaften Salat geniessen, sondern auch eine tolle Aussicht auf die Bergwelt. Da ein paar Hungrige lange auf das Essen warten mussten, genossen inzwischen unsere Sonnenanbeterinnen auf Liegestühlen die Aussicht. Am Nachmittag besuchten wir den Erlebnispark Familienland in St. Jakob in Haus. Eine Zwölfergruppe verbrachte eine Stunde in der „Totes Meer Salzgrotte“, um sich bei sanfter Musik und entspannenden Lichteffekten etwas Gutes zu tun. In der Salzgrotte verteilen sich auf 140 m2 über 40.000 kg Totes-Meer-Salz auf den Wänden und Böden. Es wird gesagt, dass man sich nach dem Besuch der Grotte so erholt fühlt, wie nach 3 Tagen Ferien am Toten Meer. Tipp: Die blauen Schuhüberzüge aus der Grotte könnten als Haarschutznetz wiederverwendet werden (Schmunzel-Tipp von Grottenbesucherinnen). 5 Mutige wagten eine Fahrt mit Österreichs grösster Familienachterbahn. Aufregung bot die Rückreise ins Hotel. Um 14:26 sollte ein Bus da sein, er kam nicht. Auch der Bus um 15:30 tauchte nicht auf. Eine Nachfrage des Mitarbeiters des Parks bei den Verkehrsbetrieben ergab, dass wegen eines Unfalls 1,5 Stunden keine Busfahrten mehr möglich waren. In etwa 15 Minuten komme jedoch ein Bus. Zum Glück schafften alle die Rückkehr zum Hotel und konnten das Abendessen geniessen. Es gab jeden Abend eine kleine, aber besondere Vorspeise und anschliessend eine Suppe. Danach folgte der Hauptgang. Beim Frühstück konnte jeder eines der 3 angebotenen Menüs ankreuzen. Zum Schluss folgte, meiner Meinung nach, das Beste: Das Dessert! Es gab zum Beispiel ein Stück Beerenkuchen mit Eiscreme und Waldbeerensauce. Mm, fein! Serviert wurde im Dirndl oder in Lederhosen. Auch der Chef des Hotels zeigte sich in Lederhosen. Nach dem Essen wurde gespielt oder ein Feierabend-Drink genossen. Ich unternahm einen Abendspaziergang.




Mittwoch, 11.06.25, Steinplatte, Seeleuchten am Pillersee
Zum Tagesstart bekam ich vom freundlichen und aufmerksamen Servicepersonal unaufgefordert meinen Frühstücks- Latte Macchiato. Nach dem Frühstück fuhren wir mit der Gondelbahn zum Hochplateau Steinplatte. Die Talstation befindet sich in der Nähe des Hotels. Die Wanderung begann im Triassic Park. Der Weg führte uns zuerst zur neu eröffneten Aussichtsplattform in Form einer Muschel und weiter zur knapp 70 m über dem Abgrund schwebenden Plattform in Form einer Fächerkoralle mit Tiefblick. Die Schwindelfreien betraten den Glasbodenteil der Aussichtsplattform. Laut Prospekt kann man von hier aus die Steinplatte, die Loferer Steinberge, die Hohen Tauern, die Kitzbüheler- und die Zillertaler Alpen sowie den imposanten Wilden Kaiser sehen. Zum Fotografieren war es etwas zu dunstig für mich. Im Bereich der Steinplatte findet man oft Korallenkalke. Das Korallenriff der Steinplatte wuchs vor ca. 200 Millionen Jahren am südlichen Rand einer breiten Riffzone. Aus diesen Riffen wurden die Korallenkalke. Diese Informationen fand ich in der Tropfsteinhöhle. So erschlossen sich für mich die Namen der Plattformen. Weiter ging es auf dem Triassic Trail, vorbei an lebensgrossen Dinosauriern, Richtung Speichersee Plattenkogel in dem der grösste aller Ichthyosaurier sein Unwesen treibt. Der Weg führte weiter Richtung oberer Speichersee. Zum Mittagessen trafen wir uns im Panoramarestaurant Kammerkör. Da der Tag sehr warm war, wurden kühle Getränke und Coups bestellt. Gabi plante für sich einen Besuch im Badesee von Waidring. Die Badeanlage war jedoch aus unerklärlichen Gründen geschlossen. Ich besuchte das Glockenmuseum, welches sich gleich neben der Talstation der Gondelbahn befindet. Waidring wird auch als Glockendorf bezeichnet. Glocken aus Waidring erklingen in aller Welt. Das Glockengiessen hat in Waidring eine lange Tradition. Seit 5 Generationen wird die Kunst des Glockengiessens gepflegt. Noch heute sind zwei Glockengiessereien von dreien in Österreich in Waidring zu finden (im Vollerwerb).Mit dem Kauf einer kleinen Glocke erstand ich ein Souvenir „Made in Waidring“ und nicht „Made in China“.
Im Museum fand auch eine Ausstellung zum Thema „Tourismus“ statt. Historisch war Waidring ein „Postdorf“. Waidring galt als eine der beliebtesten Sommerfrische-Orten Tirols. Berühmte und adelige Persönlichkeiten, wie Wolfgang Amadeus Mozart und Kaiser Franz Josef, weilten in der Touristendestination beim Gasthof Post.
Nach dem Nachtessen fuhren wir mit einem Extrabus an den Pillersee. Jeden Mittwoch, findet während der Sommersaison, von 20:00 – ca. 22:00, das Seeleuchten statt, mit Live Musik und Flammenschau. Bei der Ankunft spielten die Pillerseemusikanten. Anschliessend traten die Hollerstauden auf, ein österreichisches Trio (3 Pinzgauerfrauen). Als es nach ihrem Auftritt schon 22:00 war, gingen die ersten Naturfreunde Richtung Bushaltestelle los, um den Bus zurück zum Hotel nicht zu verpassen. In diesem Moment ging die Flammenschau los. Im Takt der Musik schossen Flammen aus sich drehenden „Metallfackeln“ auf dem Holzdach der Seebühne. Feuerwerk wurde im Hintergrund gezündet. Mit diesem Feuerspektakel endete unser 3. Tag.




Donnerstag, 12.06.25, Griessbachklamm
Heute stand eine wildromantische Wanderung durch die Griessbachklamm auf dem Programm. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus bis Erpfendorf. Weiter ging es zum Eingang der Klamm. Wie Gämsen stiegen wir durch die Schlucht, vorbei an Wasserfällen, über Steine, Hängebrücken, Holzstege und Eisentritte. Gutes Schuhwerk war von Vorteil. Auch die angebrachten Wandseile halfen uns, enge Stellen sicher zu passieren. Ruth und ich begegneten unterwegs auffällig vielen, freundlichen Wanderer. Sie halfen uns über Hindernisse oder warteten geduldig, bis wir an einer engen Stelle vorbei waren. Als alle glücklich beim Rastplatz versammelt waren, gab es eine Gesangseinlage von unserem Appenzeller- Jodlerinnen-Duo. Gegen Mittag kehrten wir um. Der Abstieg fiel wider Erwarten leichter als der Aufstieg. Wir wurden für unsere heutige Leistung mit einem Mittagessen im Fünf-Sterne-Hotel Lärchenhof belohnt. Selbst einen Abstecher auf die Hotel-Toilette kann ich empfehlen! Leider rutschte eine Person auf dem Rückweg in der Schlucht aus und zog sich Schürfungen am Arm und Prellungen am Körper zu. Trotz Schmerzen wanderte sie weiter mit uns mit. Ich hoffe, dass es ihr jetzt besser geht. Über den Nachmittag konnten wir frei verfügen. Da der Tag wieder sehr warm war, zog es einige in den Garten des Cafe-Restaurants Schneidermann in Waidring oder mich in den Schatten auf dem Hotelzimmer-Balkon. Am Abend trafen wir uns alle wieder zum gemeinsamen Nachtessen im Hotel. Zwischen den Gängen unterhielt uns Marie-Louise mit dem lustigen Gedicht: „Me sött!“


Freitag, 13.06.25, Pillersee, Forellenranch
Ein schöner, warmer Tag mit viel Sonne kündigte sich an. Gabi beschloss, die Wanderung um den Pillersee abzukürzen und dafür genügend Zeit zum Kneippen zu geben. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus bis zur Haltestelle Pillersee. Von hier aus spazierten wir zur Kneippanlage auf der rechten Seite des Sees. Eine Abkühlung im Wasser tat sicher gut. Ich hielt es jedoch nicht lange aus. Mir war der See viel zu kalt. Da der Pillersee ein Gebirgssee ist, wird er auch im Hochsommer nicht wärmer als 18°. Gabi hingegen erfreute sich an der kühlen Erfrischung. Da bald Mittag war, machten wir uns langsam auf den Weg Richtung Forellenranch. Beim Kiosk am See entschlossen sich 3 Frauen, im Schatten der Bäume, zu picknicken und später zum Kaffee ins Restaurant zu kommen. Ruth genoss eine kurze Schaukelpause. In der Forellenranch wurde natürlich vorwiegend ein Forellenmenü bestellt. Von der Gartenterrasse aus konnten besonders grosse Fisch-Exemplare (nicht nur Forellen) beobachtet werden. Nach dem Essen hatten wir die Möglichkeit, am Pillersee zu bleiben und zu baden, zu fischen oder ein Boot zu mieten. Gabi blieb mit Daniela am See und kam später zu Fuss zum Hotel zurück. Die Mehrheit zog es vor, mit dem Bus zurück nach Waidring zu fahren und mit der Steinplattenbahn in die Höhe zu gondeln, in der Hoffnung auf angenehmere Temperaturen. Heute dauerte das Nachtessen wegen den vielen Gästen etwas länger. Trudi und Marie-Louise überbrückten die Wartezeiten mit lustigen Gedichten und Witzen. Vielen Dank!


Samstag, 14.06.25, Bergbahnen Fieberbrunn
Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus bis zur Station Fieberbrunn Bergbahnen. Seit diesem Sommer ist die neue Streubödenbahn in Betrieb. Sie ersetzt die alten Stehgondeln. In komfortablen 10-Sitzer-Gondeln fuhren wir ohne Umsteigen bis hinauf zum Lärchfilzkogel auf 1645 Meter. Vom Aussichtspunkt konnten wir nochmals die Bergkulisse bewundern. Wir fuhren zur Mittelstation Streuböden zurück und wanderten auf einem gut ausgebauten Schotterweg bis zur Lärchenfilzhochalm für die Mittagspause, vorbei am Berggasthof Wildalpgatterl mit seinem Damwildgehege. Da wir wieder schönstes Sommerwetter geniessen konnten (es war heiss), bestellte ich mir im Gasthof einen Apfelstrudel mit kühlem Vanilleeis. Nach dem Mittagessen kehrten die meisten zum Hotel zurück, um vor dem Abendessen genügend Zeit für eine Dusche zu haben. Zum Familienpark bei der Mittelstation der Gondelbahn gehörte auch eine Rodelbahn. Vier Abenteuerlustige nutzten die Gelegenheit und gönnten sich den Spass einer Fahrt. Auch sie schafften noch eine Dusche vor dem Nachtessen.


Sonntag, 15.06.25, Kirchenbesuch, Umrundung des Mühlberges
Wir besuchten die Messe in der Pfarrkirche zum Heiligen Vitus & Nikolaus von Waidring. Im Auftrag von Gabi wurde Ruth Walcker in die Gebete miteingeschlossen. Anschliessend starteten wir die Umrundung des Mühlbergs bei einem alten Mühlrad in der Nähe der Badeanlage. Wir wanderten auf dem Kreuzweg bis zur Schäferaukapelle. Zu unserer Überraschung befand sich der Pfarrer aus der Kirche mit einer Tauffamilie vor Ort. Wir nahmen ihn in Beschlag, bis die Familie ihn zu sich rief. Weiter ging der Weg durch ein Waldgebiet. Damit sich niemand verirrte, legte die Vorhut bei jeder Abzweigung Richtungspfeile mit Ästen und Zäpfen. Nach dem Wald verlief der Weg dem Griesselbach entlang bis zum Mühlrad, dem Ausgangspunkt des Ausfluges.
Zum Mittagessen trafen wir uns alle im Garten des Cafe-Restaurants Schneidermann. Zurück im Hotel, begann ich meinen Koffer zu packen. Wie schnell die Woche vergangen ist! Um 18:00 wurde uns ein Abschluss-Aperitif aus der Reisekasse spendiert. Während dem Nachtessen begann es zu regnen. Das kümmerte uns nicht mehr. Wir hatten eine schöne Wander- und Erlebniswoche.


Montag, 16.06.25, Heimreise
Nun hiess es endgültig Abschied nehmen. Noch ein letztes Frühstück im Hotel! Die Koffer standen um 9:00 bereit. Valentin, unser Busfahrer brachte uns sicher zurück in die Schweiz. Der Zug von Sargans nach Zürich hatte Verspätung, sodass wir früher in Zürich ankamen als erwartet. Verreisen ist schön, heimkommen auch.
Vielen Dank Gabi für deinen Einsatz. Wir freuen uns schon auf die nächste Reise.
Glück kann man nicht kaufen. Aber man kann eine Reise buchen und das ist ziemlich nah dran. Aus dem Muntermacher Blattl des Hotels Sendlhof

