
3 Burgen, 2 Kirchen + Weinbergtulpen: Muttenz – Warteberg – Pratteln
Text und Fotos: Margret Schmid
Wer wagt gewinnt! Das ist eine der Erkenntnisse der Wanderung vom 2. April 2026. War es bis Mittwoch winterlich-grau-nass, grüsste (unerwarteter Weise) schon am Morgen in Zürich die Sonne vom Himmel. Und sie kam um zu bleiben. Die Temperaturen im Hauptbahnhof und beim Umsteigen in Rheinfelden waren eher noch beim Gefrierpunkt und so zogen wir vor dem Loswandern in Muttenz alle mitgebrachten Kleidungsstücke an. Gut verpackt besichtigten wir die protestantische Wehr-Kirche St. Arbogast in Muttenz mit seinem „Kirchgarten“, in dem viele, uralte Grenzsteinen aufgereiht waren. Dann ging der Aufstieg zum Warteberg los. Nach fünf Minuten gab es die erste Rast und die ersten Kleidungsstücke wanderten schon wieder in den Rucksack. Die angekündigten 150Hm aufwärts erwiesen sich als, für alle Teilnehmenden, gut bewältigbar. Schon bald genossen wir von der ersten Burg (vermutlich Burgundischen Ursprungs) die Aussicht auf Muttenz, Schweizerhalle, den Rhein, aber auch Richtung Basel mit seinen, von überall sichtbaren Roche-Towern. Anni erzählte von ihrer Besichtigung des Hochhauses. Eintritt nur mit ID, alles von auserlesener Eleganz.


Um uns zeigte die Natur ihre frühlingshafte Einmaligkeit. Vogelgezwischter, Sonnenschein, die ersten Frühlingsblumen und spriessende Knospen. Herrlich. Und weil es bei der zweiten Burg so schön warm und windstill war, beschloss Margret, dass wir hier eine frühe Mittagspause einschalten. Auch weil dann die Aufstiegswilligen ohne Zeitprobleme den Wohnturm der Anlage besteigen konnten. Die drei Stockwerke lohnten sich auf jeden Fall; Unterwegs fanden wir noch einen Ostergruss in einer Fensternische und es bot sich eine phänomenale Aussicht.



Nach einer halben Stunde hätten die Einen gerne noch weiter die Sonne genossen, aber wir waren ja zum Wandern ins Baselbiet gekommen. So marschierten wir halt los. Wer wollte konnte mit Margret noch die dritte Burg besichtigen, zahlte dafür aber mit einem kurzen Wurzelwegli-Abstieg. Oder man nahm bequem die breite Wanderweg-Strasse. Ist immer toll, wenn alle „Gelüste“ befriedigt werden können. Ein paar Schritte weiter zweigten wir vom Wanderweg ab und standen kurze Zeit später vor den angekündigten Weinbergtulpen. Klein aber fein und man muss wissen wo man sie findet.



Dann wanderten wir weiter zum Egglisgraben, wo das Restaurant leider seit 2025 geschlossen ist. Dafür sahen wir kurze Zeit später im Wald eine Eule. Die Begeisterung war gross. Leider erwies sich beim Weiterwandern die Eule als ein speziell geformter Ast… Jä nu. In der Nähe der Burgruine Neu Schauenburg (Privatbesitz, mit zwei Baukränen) machten wir eine weitere Trink- und Esspause. Anschliessend ging es abwärts Richtung Madlechöpfli. Dieses liessen wir links liegen, bzw. umwanderten wir um auf einem schönen Rastplatz oberhalb von Pratteln nochmals zu rasten. Wir waren uns einig: könnte gerade so gut in Stettbach sein. Unglaublich viele Hochhäuser und gesichtslose Industrie. Die Überraschung kam dann aber, als wir, nach einem kurzen Abstieg, im alten Dorfteil von Pratteln landeten. Schmucke Häuser und sogar ein Dorfplatz mit zwei Gartenwirtschaft-Möglichkeiten. Fünf Teilnehmende machten sich trotzdem auf den direkten Weg zum Bahnhof und zurück nach Zürich. Aber neun Teilnehmende wollten als Abschluss nochmals die Sonne und Wärme dieses Frühlingstages in der Gartenwirtschaft geniessen. War ein toller Naturfreunde Senioren Zürich Wandertag!



