
Metzgete: Linn – Staffelegg
Text und Fotos: Margret Schmid
Und wieder hatten wir Wetterglück. Auf der heutigen Wanderung herrschten unglaublich warme Temperaturen und wir wurden immer wieder von der Sonne verwöhnt. Ist wirklich ein unglaublich schöner (Wander)November. Nächste Woch soll es ab Mittwoch nur noch 5 Grad warm sein…
Nach der recht langen Fahrt von Brugg nach Bötzberg/Linn stieg nur unsere Gruppe an der Endhaltestelle aus und wurden von Sonnenschein empfangen. In Ruhe konnten wir den riesigen Baum bewundern, unsere Kleidung dem kommenden Aufstieg anpassen und die Wanderstöcke auspacken. Wie immer zeigte uns Margret noch das Höhenprofil der heutigen Wanderung. Dann ging es los. Nach den ersten ca. 50 Höhenmetern kamen zum Glück zwei Bänkli. Es wurden weitere Kleidungsstücke im Rucksack verstaut und endgültig die Wanderstöcke ausgepackt. Die waren kurz darauf auch nötig. Der Weg wurde steiler und prompt kamen glitschig-feuchte Lehmstellen dazu. Zum Glück nur kurz. Denn wir genossen das Gehen mit Laubrascheln enorm, das über weite Strecken möglich war. Da kam das Kind im Erwachsenen wieder so richtig zum Zuge.



Nachdem wir den Bötzberg-Tunnel überschritten hatten, wartete schon der nächste Höhepunkt auf uns: ein toller Aussichtspunkt mit Bänkli und Feuerstelle. Letzteres war auf der heutigen Wanderung (ausnahmsweise) nicht geplant bzw. nötig. Die Aussicht wurde von den Wolken über dem Alpenkranz etwas gebremst. So genossen wir die Weitsicht halt nur bis ins Mittelland. Nun ging es im munteren Auf und Ab weiter. Immer wieder machten wir kleine Pausen um etwas zu trinken, etwas zu knabbern und wo möglich, die Aussicht zu geniessen. Ist eine echte Panoramastrecke.



Kurz vor der Staffelegg, hörten wir Rufe und Getute im Tal. Was war den da los? Als dann ein Schuss fiel und weiter vorne ein Jäger am Wanderweg stand, war es allen klar. Da wird für die Wildkarte der Restaurants für Nachschub gesorgt. Eine Kurve weiter sahen wir schon rechts-unten, unsere heutiges Ziel. Das Restaurant Staffelegg. Wurde auch Zeit, bei einigen knurrte der Magen schon fast vernehmlich.



Im vollen! Restaurant war für uns reserviert. Wir nahmen Platz, bestellten unsere Getränke und warteten auf unsere vorbestellte Metzgete. Die wurde exklusive für uns angeboten! Nach einer halben Stunde kamen unsere Teller Schlag auf Schlag. Blut-, Leber und andere Würste, Rippli und Speck, Sauerkraut, Rösti oder Salzkartoffeln: alles war sehr fein und sehr schnell „vernichtet“. Auch die drei Nicht-Metzgete-Liebhaber waren von ihren Gerichten begeistert. Ein paar Naturfreunde fanden noch ein freies Ecklein im Magen und bestellten Vermicelles zum Dessert. Die Meisten begnügten sich aber mit einem Kaffee mit oder ohne Alkohol. Dank dem wirklich speditiven und trotz Stress, immer netten Service konnte die Zahlung problemlos abgewickelt werden. Rechtzeitig stand unsere Gruppe an der Bushaltestelle Richtung Aarau und genoss noch einmal die Wärme und Sonne. Die Heimreise wurde „verkürzt“ durch die regen Gesprächen unter den Teilnehmenden. Schon stiegen wir in Zürich aus, wo wir von einer Wand schwarz gekleideter Polizisten der Eingreiffgruppe erwartet wurden. Ähh, waren nicht wir, die die Polizei abfangen wollte, sondern weitere Teilnehmende der Antifa-Demo, die heute stattfand. Wir aber „schwebten“ heimwärts nach diesem, in jeder Hinsicht gelungen Tag.
