
Wandernacht mit Mondscheinbad
Leitung: Margret Schmid und Uschi Zurkinden / Text: Margret Schmid / Fotos: div. Wanderteilnehmende
Wettermässig wurden beste Voraussetzungen für eine Wandernacht prognostiziert. Trotzdem gibt es am Nachmittag vor dem Wandernachtstart die erste und einzige und sehr bedauernde Abmeldung für diesen Anlass. Nach der Anfahrt wurden beim Apéro oberhalb von Fislisbach, Monopol die ersten Kontakte geknüpft, die von Bruno angekarrten Köstlichkeiten vertilgt und der Sonnenuntergang bestaunt. Letzteres war ein orange-rotes Spektakel! Ein super Einstieg in die Wandernacht. Margret erklärte noch die eine oder andere Wanderregel und was für eine Strecke diese Nacht gewandert werde. Schon ging es los. Die ersten Höhenmeter, das erste Waldstück und das einzige Mal eine Begegnung mit einer Polizeipatrouille.


Beim scharfen Rank oberhalb von Oberrohrdorf erfreuten wir uns nochmals an der Farbenexplosion der untergegangenen Sonne. Trotz klarer Nacht kühlte es nur unwesentlich ab. Ideale Temperaturen für uns Wandernde. Immer wieder hatten wir freien Blick Richtung Jura und der Innerschweizeralpen. Aber der Mond wollte sich einfach nicht zeigen. Oberhalb von Remetschwil, bei der x-ten Brätlistelle tauchte die grosse, hell erleuchtete Scheibe endlich am Horizont auf. Es gab (fast) Szenenapplaus. Leider war die Freude nur von kurzer Dauer. Die Mondlaufbahn war in dieser Nacht sehr flach. Wo möglich versteckte sich der Erdtrabant hinter jedem Hügelchen oder Wäldchen. Was für unsere Wanderung sehr mühsam war, war sein fehlendes Licht von oben. Bei den Waldstrecken wurde es dunkel „wie in einer Kuh“ und das Taschenlampen“verbot“ musste teilweise aufgehoben werden.



Nach einer weiteren Rast bei einem Jägerhaus wurde auf dem weiteren Weg das Brätli-Depot von Margret aufgetan. Die zwei Säcke, gefüllt mit Holz, Holzkohlenbriketts, einem Wassertopf und Frischwasserflaschen trugen Uschi und ein Teilnehmer bis zum nahen Egelsee. Der ideale Rastplatz mit vielen Bänken, einem Steg ins Wasser und einem nahen Toi-toi wurde von uns schnell in Beschlag genommen. Kurze Zeit später flackerte schon das Grillfeuer, wurde das Grillgut vorbereitet und waren die Ersten am Baden. Nur das mit dem Mondschein, das klappte immer noch nicht.


Nach gut anderthalb Stunden Pause wurde es für die einen Teilnehmenden doch langsam kühl. So war die leichte Steigung zum Hasenbergturm willkommen um sich wieder etwas aufzuwärmen. Wir freuten uns auf die super Sicht, die sich auf dem Turm präsentieren sollte. Aber ohalätz. Am Himmel waren unterdessen viele Wolken aufgezogen und verdeckten den, schon den ganzen Abend sehr scheuen Mond. Trotzdem liessen es sich viele Teilnehmende nicht nehmen und bestiegen den Turm. Normalerweise ist er in der Nacht geschlossen aber das Leitungsteam hatte den Schlüssel besorgt. Vielen Dank an den „Trägerverein Hasenbergturm“ für ihr entgegenkommen. Nach diesem Abenteuer mit 220 Treppenstufen freuten wir uns auf den zMorge, der uns zum 100-Jahre-Jubiläum vom Naturfreunde Landesverband offeriert wurde. Die Bauernfamilie Leuenberger liess sich nicht lumpen und war am Morgen um 3:20 Uhr sogar persönlich anwesend Einfach eine geniale Gastfreundschaft!!! Der Zopf, das Brot und die feinen Konfis waren zusammen mit dem wärmenden Kaffee oder Tee eine willkommene Wachbleibhilfe für die noch kommenden Stunden.


Der nun folgende Abstieg auf einem steileren Wiesenweg meisterten alle mit Bravour. Geschätzte 20km süd-östlich von uns tobte ein Gewitter mit Blitz und Donner vorüber. Eindrücklich. Und ehe wir es versahen, standen wir beim Bahnhof Rudolfstetten. Der erste Zug wäre leider erst in 1 ½ Stunde fällig. Nach kurzer Diskussion entschieden drei Teilnehmende, sich selbständig auf den Weg Richtung Dietikon zu machen. Unterdessen meldete sich die Sonne im Osten an und es wurde heller. So konnte die verbliebene Wandergruppe das idyllische Rummelbachtäli bis Berikon so richtig geniessen. Dem scheuen Wesen entsprechend, das der Mond während der Nacht zeigte, verabschiedete er sich nun zwischen den Wolken als verblassende Scheibe. Kurz vor dem Bahnhof Berikon-Widen stieg die Sonne als oranger Ball am Horizont auf. Ein schöner Abschluss einer kurzweiligen Nachtwanderung.




